Über uns
Der Anfang
Die Nautische Buchhandlung Dietrich Reimer blickt auf eine 165-jährige Tradition zurück, die im Jahr 2010 im Internet ihre zeitgemäße Fortsetzung findet.
Als Dietrich Arnold Reimer am 1. Januar 1845 unter der Firma „Buch- und Landkartenhandlung von Dietrich Reimer“ seine Sortimentsbuchhandlung im väterlichen Haus in der Wilhelmstraße 73 in Berlin gründete, war dies natürlich noch nicht abzusehen. Nachdem er 1847 von seinem Bruder Georg einen großen Teil dessen geographischen- und Kunstverlags übernommen hatte, verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit hin zum Verlegen geographischer Karten. Nahezu alle berühmten Atlanten und die renommiertesten geographischen Zeitschriften sind nach dieser Zeit bei Reimer erschienen.
Politische Faktoren
1859 übernahm Reimer dann von der preußischen Admiralität den Vertrieb der noch in Stein gravierten „Deutschen Admiralitätskarten“. 1850 war die preußische Kriegsmarine gegründet worden, die Seekarten in großem Umfang benötigte. Solange Preußen existierte hatte dieses Privileg Bestand. Bis 1885 umfasste das Sortiment 91 Karten. Das hört sich unspektakulär an. Was zählte, war jedoch die Aktualität. Kunden in der ganzen Welt wurden darauf hingewiesen, dass die Karten erst nach 24 Stunden ausgeliefert werden können, weil sie auf den Tag der Auslieferung hin aktualisiert wurden.
Auch die Kolonialpolitik schuf weitere Betätigungsfelder, sowohl bei der Kartographie, als auch beim Vertrieb in den annektierten Gebieten.
Kriegswirren
In der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts verschob sich der Schwerpunkt der Tätigkeit unter dem neuen Besitzer Ernst Vohsen – Dietrich Reimer war 1891 altersbedingt ausgeschieden – hin zur Orientalistik und zur Archäologie.
Die wirtschaftlich schwierige Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war geprägt durch die Rückbesinnung auf bewährte Produkte: der Ausbau der Kartenproduktion sicherte zusammen mit Publikationen in den Geschäftsfeldern Ethnologie und Archäologie das Überleben.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs arbeiteten 180 Mitarbeiter für den Verlag. Wesentliche Teile der Kapazitäten mussten für Regierungsaufträge eingesetzt werden. Der Standort in der Wilhelmstraße erwies sich schnell als Nachteil. Durch Bombenangriffe und den folgenden Feuersturm während der Einnahme Berlins wurde der gesamte Betrieb mit allen Maschinen und Unterlagen vernichtet.
Der Neubeginn
Der Neuanfang sollte in der Drakestraße 33 in Lichterfelde mit einem Antiquariatshandel beginnen. Die Gründung der in unmittelbarer Nachbarschaft in Dahlem angesiedelten neuen Freien Universität führte schnell zu sehr guten Verbindungen zu deren einschlägigen Instituten. Auch an die traditionell guten Beziehungen zu den Universitäten in der Bundesrepublik, aber auch jenseits der Grenzen konnte man angeknüpfen und obwohl die Alliierten schließlich 1951 die uneingeschränkte Lizenz zur Wiederaufnahme der Verlagstätigkeit erteilten, kam es mangels ausreichender Kapitalausstattung erst langsam wieder zu eigenen Publikationen.
Ebenfalls anknüpfend an die Ursprünge übernahm der Dietrich Reimer Verlag die Berliner Vertriebsstelle des neu gegründeten Deutschen Hydrographischen Instituts mit allen Nautica und natürlich Seekarten und –handbüchern. Dies bildete die Grundlage für die Nautische Buchhandlung in der heutigen Form. 1976 übernahm Dr. Friedrich Kaufmann das Unternehmen, das bereits 1974 in die heute noch genutzten Räumlichkeiten Unter den Eichen 57 umgezogen war.
Aus Altersgründen sah sich Dr. Kaufmann 2006 veranlasst, den Verlagsteil zu verkaufen und sich auf den Betrieb der Buchhandlung zu konzentrieren.
Nach seinem Tod 2008 schien mangels Nachfolgeregelung längere Zeit die Schließung der Nautischen Buchhandlung unabwendbar. Im Herbst 2009 übernahm schließlich Harald Hagner den Betrieb und erweiterte zusammen mit seinem Geschäftspartner Timmo Köhler das Tätigkeitsgebiet um eine neue Internetplattform zur Erweiterung des Vertriebs.
Beide sind selbst begeisterte Wassersportler und arbeiten daran, die Tradition der Nautischen Buchhandlung, die nicht nur regional in der Wassersport-Szene als Institution gilt, zu wahren und weiterzutragen.
